Verführung im Hotel:
Ein paar Tage in einer fremden Stadt, in einem diskreten Hotel: Sabrina ist
entschlossen, sich zu amüsieren. Schließlich ist sie eine moderne, emanzipierte
Frau, die sich nimmt, was sie braucht. Der blonde Typ aus dem Fahrstuhl entpuppt
sich leider als Kavalier mit kleinen Fehlern.
Sabrina nahm ihre Reisetasche auf und schlenderte zum Fahrstuhl. Sie kannte
dieses Hotel. Es war bekannt für seinen guten Service - und für seine
Diskretion. Sie drückte entschlossen auf den Fahrstuhlknopf. Jetzt war sie hier
in Frankfurt zu einem Managerseminar, und sie würde sich ein paar schöne Tage
machen!
Sie stieg in den Lift. Kurz bevor die Tür sich schloß, hörte sie eine kräftige
Männerstimme: "Halt, ich will mit!" Zwischen die Türhälften schob sich ein
schwarzer Aktenkoffer, ein blonder Mann stand schwer atmend vor ihr.
"Entschuldigung", sagte er und lächelte, "ich hab's furchtbar eilig!" Sabrina
lächelte zurück und drückte auf den Knopf mit der Ziffer sieben. Aus dem
Augenwinkel beobachtete sie den Fremden. Er sah gut aus: sehr groß, die blonden
Harre etwas zu lang, breite Schultern. Um seine Augen zogen sich sympathische
Lachfältchen. Sein dunkler Anzug sah ziemlich teuer aus.
Und er sah sie an. Sein Blick glitt langsam über ihr Gesicht und dann tiefer,
streifte die Hände mit den schweren Goldringen, verweilte auf dem Handgelenk mit
der Diamanten besetzten Uhr, schweifte über ihren Busen und kehrte dann wieder
zurück zu ihrem Gesicht.
Der Fahrstuhl hielt mit leisem Zischen. Sabrina nahm ihre Tasche und folgte den
Hinweisschildern auf dem langen Gang. Hinter sich hörte sie die Schritte. Der
Mann aus dem Fahrstuhl folgte ihr. Entschuldigend sagte er: "Ich muß hier auch
lang."
Sabrina schloß die Tür ihres Zimmers auf. Hinter ihr war der Fremde stehen
geblieben: "Darf ich sie zu einem Drink einladen?" Er sah auf die Uhr und
lächelte auf seine sympathische Art, "meine Verabredung schaffe ich sowieso
nicht mehr."
Warum eigentlich nicht? Ein kurzer Drink bedeutete doch gar nichts,
beschwichtigte sie sich selbst.
Dabei wußte sie genau, daß sie sich etwas vormachte. Denn sie spürte dieses
Kribbeln der Abenteuerlust in ihrem Magen. Ein Kribbeln, daß sie schon lange
nicht mehr gespürt hatte. Und weil sie es sehr genoß, sagte sie: "Gern, ich will
mich nur eben ein bißchen frisch machen. Ich komme gleich runter in die Bar." Er
nickte.
Im Zimmer ließ Sabrina ihre Reisetasche fallen. Sie zog sich aus, legte ihren
Schmuck auf den Nachttisch und ging ins Badezimmer.
Stolz betrachtete sie sich im Spiegel. Sie fand sich schön. Mit den Händen
strich sie über die sinnliche Wölbung ihres Bauches, dann streichelte sie ihre
festen Brüste. Sie schloß die Augen und stellte sich vor, es wären die Hände des
blonden Mannes aus dem Fahrstuhl...
Es klopfte laut an der Tür: "Augenblick!" rief sie und wickelte sich schnell
eine großes weißes Handtuch um den Körper, bevor sie die Tür öffnete. Da stand
der Blonde, eine Champagnerflasche und zwei Gläser in den Händen.
"Die Bar ist geschlossen", erklärte er. "Darf ich hereinkommen?" Sein Blick
glitt langsam über ihren halbnackten Körper. Er räusperte sich und trat zögernd
einen Schritt vor: "Ich heiße übrigens Wolf Dittmann."
"Ich bin Sabrina Mohr", antwortete sie und drehte sich um. Er folgte ihr ins
Zimmer und bewunderte von hinten ihren schlanken Körper. Sie deutete vage auf
das Bett: "Setzen Sie sich doch." Dann beugte sie sich über die Tasche und
kramte darin herum. Sie wußte genau, daß er sie beobachtete.
Was Wolf sah, gefiel ihm. Ihre langen Beine waren gebräunt, goldener Flaum
schimmerte darauf. Plötzlich spürte er den Wunsch diese Haut zu spüren. Er
setzte sich aufs Bett und öffnete die Flasche.
Sabrina setzte sich neben ihn. Dabei lächelte sie ihn an, beugte sich zu ihm,
berührte seinen Mund zart mit warmen Lippen. überrascht erwiderte er ihren Kuß.
Sie küßten sich mit wachsender Leidenschaft. Seine Hände streiften ihr das
Handtuch herunter und umfaßten ihre Brüste - genau, wie Sabrina es sich in ihrer
Phantasie vorgestellt hatte.
Sie stöhnte und ließ sich auf das Bett sinken. "Zieh dich aus", sagte sie, "komm
her und laß dich von mir verwöhnen!" Er sah sie an, kleine Lichter glommen in
seinen tiefblauen Augen. "Ein Glas Schampus?" fragte er und hielt ihr das Glas
hin. Sie trank einen Schluck, dann stellte sie das Glas ab, schwang sich aus dem
Bett und stellte sich vor den Spiegel.
Wolf stand auf und ging zu ihr hin. Sie schmiegte sich an ihn. Tief atmete er
ihr Parfüm ein. Er schloß die Augen und fühlte wie sie seine Krawatte löste und
sein Hemd aufknöpfte. Schauer der Erwartung durchpulsten ihn, als sie dem
Reißverschluß seiner Hose aufzog.
Er öffnete die Augen und sah im Spiegel, wie sie sich herunter beugte. Mit
wachsender Erregung spürte er, wie ihre warmen Lippen sanft an seinem Bauch
immer tiefer wanderten. Gebannt starrte er in den Spiegel und konnte sich nicht
von dem Bild lösen. Er wühlte in ihrem Haar und unterdrückte ein Stöhnen, als
ihre Zunge schneller wurde.
Plötzlich hörte sie auf. Sie richtete sich auf. Ihre halb geöffneten Lippen
glänzten feucht, sie atmete schnell: "Ich würde gern noch einen Schluck
trinken", flüsterte sie und wandte sich zum Bett.
Er starrte hinter ihr her. Sie glitt auf das weiße Laken und räkelte sich,
genießerisch wie eine Katze. Sie sah ihm tief in die Augen, als sie weit ihre
Schenkel öffnete und ihn über sich zog. Die Lust schwoll an seinen Lenden, als
er in sie eindrang, wild und schnell. Sie bäumte sich ihm entgegen, nahm ihn mit
einer Leidenschaft in sich auf, daß ihm schwindelig wurde.
Er fühlte, daß er sich nicht mehr lange beherrschen konnte. Ihre Bewegungen
wurden heftiger, sie diktierte den Rhythmus nach ihrer Lust, und er folgte
willig. So eine Frau hatte e noch nie erlebt!
Jetzt entzog sie sich ihm kurz und glitt über ihn. Bewundernd betrachtete er
ihren sinnlichen Körper. Ihr Busen war direkt vor ihrem Gesicht, kleine
Schweißperlen glitzerten zwischen ihren Brüsten.
Sie schloß halb die Augen und nahm ihn wieder in sich auf, noch tiefer, noch
verlangender. Dann bewegte sie sich, langsam und mit kreisenden Bewegungen. Er
spürte, daß sie jetzt vor dem Orgasmus war, und endlich erlaubte er sich seiner
eigenen Lust nachzugeben. Zusammen verloren sie sich im Rausch des Höhepunktes,
minutenlang, so kam es ihm vor.
Erschöpft löste sie sich von ihm und blieb auf ihm liegen, weich und zart, ihre
Locken kitzelten seine Brust. Er strich ihr liebkosend über den Rücken und genoß
ihr Gewicht auf seinem Körper. Dann rollte sie sich zur Seite und sah ihn mit
diesem gewissen Lächeln an: "Sehen wir uns heute abend wieder?" fragte sie und
streichelte mit den Fingerspitzen über seine Brust. Bevor er antworten konnte
stieg sie aus dem Bett: "Ich gehe jetzt erst mal unter die Dusche." Er sah
hinter ihr her, wie sie mit schwingenden Hüften im Badezimmer verschwand. Was
für eine Frau!
Sabrina drehte das Wasser auf und lauschte auf die Geräusche im Zimmer. Sie
hörte ihn hin und her gehen, dann klopfte es an die Badezimmertür: "Ich bin
gegen neun wieder da!" rief er. Sie antwortete fröhlich: "Okay!" Dann stieg sie
unter die Dusche.
Sie durchlebte in Gedanken noch einmal die vergangene Stunde. Es war
phantastisch gewesen, Wolf zu lieben... In ihre Gedanken versunken ging sie
zurück ins Zimmer und holte ihr Lieblingskleid aus dem Koffer. Dann schminkte
sie sich sorgfältig und betrachtete voller Vergnügen ihr Spiegelbild.
Ihr Abenteuer war ihr gut bekommen. Ihre Augen glänzten, die Haut schimmerte
rosig, ein glücklicher Ausdruck lag auf ihrem Gesicht. Sie wandte sich zum
Nachttisch um ihre Ringe und die mit Diamanten besetzte Uhr anzulegen.
Der Schmuck war weg!
Sie wußte ganz genau, daß sie ihn dorthin gelegt hatte. Vielleicht war er
heruntergefallen? Sie kniete sich auf den Boden und suchte fieberhaft den
Teppich ab. Nichts. Dann rannte sie ins Badezimmer und suchte dort, obwohl sie
wußte, daß der Schmuck dort nicht sein konnte.
Mit wachsender Verzweiflung schaute sie in jede Ecke des Zimmers. Die Tränen
stiegen ihr in die Augen, schluchzend ließ sie sich auf das Bett fallen. Wie
hatte sie nur so naiv sein können! Sie weinte vor Enttäuschung und Wut. In
Gedanken hörte sie ihn noch einmal im Zimmer auf und abgehen, während sie im
Badezimmer auf seine Geräusche gelauscht hatte. Wolf Dittmann! Wenn er überhaupt
so hieß. Seine Blicke im Fahrstuhl - da hatte er wohl den Wert ihrer Ringe und
vor allem der Uhr erkannt. Was konnte sie unternehmen?
Sie senkte den Kopf. Sie konnte gar nichts machen.! Diese Peinlichkeit der
Polizei erklären zu müssen, daß sie einen Fremden in ihr Zimmer gelassen hatte,
daß sie diesen Fremden voller Lust geliebte hatte, und daß er nach dem
Liebesspiel einfach ihren Schmuck mitgenommen hatte... Nein!
Sie seufzte. Wie spät es wohl sein mochte? Wieder stiegen ihr die Tränen in die
Augen, als sie an ihre Wertvolle Uhr dachte.
Sie gab sich einen Ruck. Jetzt konnte sie sowieso nichts mehr unternehmen. Jetzt
würde sie erst mal etwas essen, dann würde sie weiter sehen.
Sie rief den Zimmerservice an und bestellte ein kleines, aber raffiniert
zusammengestelltes Mahl. Dann legte sie sich aufs Bett zurück. Ihre Gedanken
gingen dabei zu Wolf. Sie hätte ihn gern wiedergesehen. Noch nie hatte sie so
eine wilde, befreiende Lust verspürt wie bei diesem Mann. Bevor sie den
Diebstahl entdeckt hatte, war sie fast in ihn verliebt gewesen, wollte ihn ja
sogar am Abend wiedersehen! Sie mußte unter Tränen lächeln. Ein Dieb, der sie
bestohlen hatte, lieben!? Es klopfte. "Moment!" rief sie und suchte nach
Trinkgeld für den Kellner. Dann öffnete sie die Tür. Scharf zog sie die Luft
ein.
Da stand Wolf, einen merkwürdig fragenden Ausdruck im Gesicht. Er sah sie
eindringlich an und sagte dann mit rauher Stimme: "Ich wollte Dir die Sachen
wiederbringen. Ich entschuldige mich, es tut mir aus tiefstem Herzen leid!"
Er trat einen Schritt näher: "Hier, bitte nimm!" Er ließ Ringe und Uhr in ihre
geöffnete Hand fallen. Dann drehte er sich langsam um und ging langsam den Gang
hinunter.
Sabrina starrte ihm nach. Dann rief sie hinter ihm her: "Warte, komm zurück!" Er
wandte sich halb zu ihr, ein zögerndes Lächeln stahl sich auf sein Gesicht.
Die Worte sprudelten aus ihr heraus, ehe sie nachdenken konnte: "Ich hab' was zu
essen bestellt, wir können doch zusammen..." Sie biß sich auf die Lippen sah ihn
an, fühlte, wie sie rot wurde.
Jetzt zog sich das Lächeln über sein ganzes Gesicht, er kam schnell auf sie zu
und küßte sie. Sie umarmte ihn: "Ich verzeihe dir... wenn du das nicht wieder
tust?"
Er lachte und zog sie ins Zimmer: "Heute bestimmt nicht mehr..."
Dann wurde er ernst: "Ich habe so etwas schon lange nicht mehr getan. Früher -
ja, aber das ist eine andere Geschichte, die werde ich dir mal eines Tages
erzählen. Vorhin konnte ich der Versuchung einfach nicht widerstehen."
"Aber ich habe mich in dich verliebt", sagte er leise, und wieder war da das
Glimmen in seinen Augen, "und als ich dann wieder im Taxi saß und mir deinen
Schmuck anschaute, dachte ich: Diese Frau will ich wiedersehen." Er küßte sie
lang und zärtlich. "Jeden Tag will ich dich wiedersehen!" Sabrina lächelte
zwischen Tränen zu ihm hoch und flüsterte fast unhörbar: "Das will ich auch."
Dann zog sie ihn ins Zimmer, zog ihn aufs Bett. Achtlos ließ sie den Schmuck aus
ihrer Hand auf den Nachttisch gleiten...
Zurück zum Archiv
|